KI-gestützte Meldung auf Grundlage der verlinkten Originalquelle.

Wegen mehrerer größerer Demonstrationen sind in Berlin am Samstag rund 1400 Polizisten im Einsatz. Darunter befinden sich eine regierungskritische und erneut eine propalästinensische Kundgebung. Unterstützt wird die Berliner Polizei von Einheiten aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei.

Am Samstagnachmittag versammelten sich am Brandenburger Tor nach Schätzung der Polizei etwa 1000 Menschen. Sie wollten anschließend durch die Stadt ziehen. Der Aufzug war unter dem Titel „ProjektM1llion“ angemeldet worden. Ein Polizeisprecher sagte, es sei bislang zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Vor Ort waren viele Fahnen in den deutschen Nationalfarben zu sehen, außerdem zahlreiche hellblaue Fahnen mit weißer Friedenstaube. Ein Transparent mit einem historischen Foto aus dem Berlin des Jahres 1945 trug die Forderung „Nie wieder auf Russen schießen!“. Auf einem weiteren Transparent standen die Nationalfarben Russlands, der Ukraine und Deutschlands nebeneinander, dazu der Schriftzug „Druschba = Freundschaft“. Ein Plakat mit goldfarbenen Benzinkanistern trug die Aufschrift „Goldene Zeiten für Klingbeil, Merz & Co.“.

„ProjektM1llion“ bezeichnet sich selbst als parteiunabhängige Bürgerbewegung. In einem Elf-Punkte-Plan verlangt die Gruppe unter anderem ein bundesweites 29-Euro-Ticket, um Treibstoff einzusparen. Außerdem fordern die Veranstalter den Rücktritt der Bundesregierung, Neuwahlen und einen Stopp der aktuellen Pläne für eine Gesundheitsreform.

Um 15 Uhr beginnt eine weitere Demonstration für Palästina und gegen Israels Angriffe in Gaza. Sie steht unter dem Titel „United4Palestine – No Peace on Stolen Land“, auf Deutsch „Vereint für Palästina – Kein Frieden auf gestohlenem Land“. Angemeldet sind 3000 Teilnehmende. Nach einer Routenänderung startet der Zug in der Otto-von-Bismarck-Allee beim Kanzleramt und führt durch das Regierungsviertel zum Potsdamer Platz.

Ursprünglich war auch für diese Demonstration das Brandenburger Tor vorgesehen. Die Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass sie kurzfristig verlegt wurde. Ein Sprecher nannte Sicherheitsgründe als Anlass.

Im Oktober 2025 hatten an einer Demonstration mit ähnlichem Namen 14.000 Menschen teilgenommen. Dabei kam es zu tätlichen Angriffen, außerdem wurden verbotene Parolen gerufen. Etwa 30 Menschen wurden festgenommen. Auch bei einer Demonstration gegen Israel am vergangenen Mittwochabend gab es Auseinandersetzungen mit der Polizei und Festnahmen.

Die Berliner Linke-Politikerin Vanessa Emde rief zur Teilnahme an der propalästinensischen Demonstration auf. Zu einem Instagram-Post schrieb sie, Solidarität sei kein Verbrechen, sie fordere Freiheit für Palästina und werde auf der Straße zu sehen sein – „jetzt erst recht“. In dem Post heißt es zudem, sie lasse sich ein Canceln von Palästina in Berlin nicht gefallen.

Emde hat mit ihren israelkritischen Positionen mehrfach Diskussionen ausgelöst. Kritiker werfen ihr vor, sich nicht zum Existenzrecht Israels zu bekennen. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September gewann sie ihren Wahlkreis in Neukölln direkt. Das Thema gilt auch deshalb als heikel, weil seit Donnerstag Sondierungsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD laufen. Sie werden am Samstag fortgesetzt, allerdings nicht auf der Ebene der Partei- und Fraktionsspitzen.

Zusätzlich sind an mehreren Stellen in der Innenstadt kleinere Kundgebungen zur Unterstützung Israels und gegen islamistischen Terror angemeldet. Parallel läuft seit Freitag das jährliche Festival of Lights. Dabei werden abends zahlreiche bekannte Gebäude beleuchtet und angestrahlt, was Zehntausende Menschen in die Innenstadt zieht.